Was ha­ben Steu­ern mit dei­nem Le­ben zu tun?

 |  StoryAlumniFakult?t für Wirtschaftswissenschaften

Lauras Masterarbeit zur aktuellen Debatte um eine Softdrinksteuer

Laura Wiredu ist 27 Jahre alt und hat an der Universit?t Paderborn International Business Studies im Bachelor und Betriebswirtschaftslehre im Master studiert. Mittlerweile arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und strebt eine Promotion an. Auf ihre wissenschaftliche Karriere hat sie insbesondere ihre Masterarbeit vorbereitet, in der sie die Effekte der britischen Softdrinksteuer analysiert hat.

Zwischen Gesundheit und Wirtschaft: Die Softdrinksteuer

Herzinfarkt, Diabetes und Co.: Der überm??ige Konsum von Zucker kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Trotzdem zeigen verschiedene Studien, dass wir zu viel davon konsumieren. In Deutschland wird daher immer wieder über eine allgemeine Zuckersteuer diskutiert, die zuckerhaltige Produkte st?rker besteuern soll. 

Doch welche Auswirkungen h?tte eine solche Steuer auf Konsument*innen und Arbeitnehmer*innen? Mit dieser Frage hat sich Laura in ihrer Masterarbeit besch?ftigt. Dafür analysierte sie die mittelfristigen Effekte der 2018 eingeführten britischen Softdrinksteuer und wertete sowohl Preisdaten als auch Besch?ftigungszahlen aus dem Zeitraum von 2013 bis 2023 aus.

Steuern greifbar machen 

Das Thema hat Laura von Beginn an begeistert: ?Steuern erscheinen auf den ersten Blick oft abstrakt, aber es gibt eben auch greifbare Beispiele wie die Softdrinksteuer. Und da in Deutschland schon l?nger über solche Steuern diskutiert wird, fand ich es spannend, mehr über die Auswirkungen zu erfahren“, erkl?rt sie.

Der Start in die Masterarbeit war strukturiert: Thema und Forschungsfrage abstimmen, einen Zeitplan erstellen, Daten finden und Literatur recherchieren. Doch es zeigte sich schnell, dass der Weg anspruchsvoller werden würde als gedacht: ?Es war gar nicht so leicht Literatur zu finden, die sich auch auf die Besch?ftigungszahlen in der Softdrink-Industrie bezieht. Die meisten Arbeiten untersuchen n?mlich nur die Preisver?nderung und gehen nicht auf die Auswirkungen für Arbeitnehmer*innen ein.“ 

Von Fortschritten und Herausforderungen 

Auch die Vielzahl unterschiedlicher Steuersysteme in verschiedenen L?ndern machte die Recherche komplex. Immer wieder tauchten neue Aspekte, neue Studien und neue methodische Details auf. Schritt für Schritt arbeitete sie sich tiefer in das Thema ein, führte eigene Analysen durch und pr?sentierte erste Ergebnisse im Masterkolloquium. Das Feedback dort half ihr, ihre Arbeit weiter zu sch?rfen und neue Perspektiven einzunehmen.

Trotzdem blieb der Prozess ein Auf und Ab: ?Es gab Tage, an denen alles zusammengepasst hat und andere, an denen ich das Gefühl hatte, nicht voranzukommen“, erinnert sich die Alumna. Lauras gr??te Herausforderung zu der Zeit: Am Ball bleiben! Besonders herausfordernd war das immer dann, wenn ihre Ergebnisse zun?chst nicht plausibel wirkten.

Wer tr?gt die Kosten einer Softdrinksteuer?

Aber welche Auswirkungen hat eine Softdrinksteuer nun für Arbeitnehmer*innen und Konsument*innen? Und wer tr?gt die Kosten? Lauras Masterarbeit zeigt: Viele der h?ufig ge?u?erten Befürchtungen lassen sich für Gro?britannien mittelfristig nicht best?tigen. Weder gingen Arbeitspl?tze in der Softdrink-Industrie sichtbar zurück, noch wurden Konsument*innen deutlich belastet. 

Auch der Blick auf die Preise relativiert die Kritik: Im untersuchten Zeitraum sanken die Getr?nkepreise insgesamt. Die Preise für zuckerhaltige Erfrischungsgetr?nke gingen dabei lediglich rund 6 % weniger stark zurück als die für nicht besteuerte Getr?nke. Das deutet darauf hin, dass Produzent*innen nur einen kleinen Teil der Steuer an Konsument*innen weitergegeben haben. Insgesamt entsteht so ein differenziertes Bild: Weder Konsument*innen noch Arbeitnehmer*innen mussten die Kosten der britischen Softdrinksteuer mittelfristig in nennenswertem Umfang tragen.

Das Gefühl nach der Abgabe

Als Laura ihre Masterarbeit abgab, fiel eine gro?e Last von ihr ab: ?W?hrend des Schreibens hatte ich oft Angst, meine eigenen Leistungsziele nicht zu erreichen. Nach der Abgabe war ich aber erleichtert und glücklich“.

Rückblickend hat sie durch die Masterarbeit gelernt, sich über einen l?ngeren Zeitraum intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, Rückschl?ge auszuhalten und sich immer wieder neu zu strukturieren. Diese Erfahrung hat Laura nicht nur fachlich, sondern auch pers?nlich gepr?gt und ist für sie eine wichtige Grundlage mit Blick auf ihre geplante Promotion.

Das willst du auch?

Entdecke die Vielfalt der Wirtschaftswissenschaften in unseren Bachelorstudieng?ngen. Jeder Studiengang dauert in der Regel sechs Semester und bereitet dich auf einen Berufseinstieg oder einen weiterführenden Master vor. Masterstudieng?nge dauern in der Regel vier Semester und bereiten dich auf einen Berufseinstieg oder eine weiterführende Promotion vor.

Mehr Informationen