Wissenschaft und Industrie arbeiten an neuer KI-L?sung für die Produktentwicklung
Die Transformation hin zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem stellt für den Industriestandort Deutschland eine zentrale Zukunftsaufgabe dar – sowohl ?konomisch als auch ?kologisch. Dabei kommt dem Engineering eine Schlüsselrolle zu. Denn bereits in der Produktentwicklung werden ma?gebliche Entscheidungen über Reparierbarkeit, Wiederverwendung und Recyclingf?higkeit getroffen. Das hei?t: Eine tragf?hige Kreislaufwirtschaft muss von Anfang an mitgedacht werden. Wissenschaftler*innen der Fachgruppe ?Advanced Systems Engineering“ am Heinz Nixdorf Institut der Universit?t Paderborn arbeiten deshalb gemeinsam mit weiteren Partnern aus Forschung und Industrie an der Entwicklung eines intelligenten Produktpasses (iPP). Ziel ist es, bestehende Konzepte des digitalen Produktpasses um semantische, dynamische und KI-gestützte Funktionen zu erweitern.
Mit dem digitalen Produktpass wird u. a. im Kontext der EU-?kodesign-Verordnung (ESPR) ein Konzept für die Bereitstellung produktbezogener Informationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg geschaffen. Er wird dabei als digitaler Container für produktspezifische Informationen verstanden, der eine digitale Identit?t des Produkts repr?sentiert. Besonders in Kombination mit Datenanalyseverfahren und künstlicher Intelligenz (KI) entstehen durch den digitalen Produktpass Potenziale zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. ?Der digitale Produktpass schafft Transparenz. Der intelligente Produktpass macht diese Informationen systematisch für das Engineering nutzbar“, erl?utert Dr. Christian Koldewey, Oberingenieur der Fachgruppe und Projektleiter von ?iPassPro[1]“.
Zentrales Element des neues Forschungsprojekts ist der sogenannte ?Circular Intelligence Hub“ (CIH), eine Engineering-Plattform, die heterogene Datenquellen integrieren, verknüpfen und mithilfe von KI-Methoden aufbereiten soll. ?Dadurch k?nnen strukturierte und unstrukturierte Daten in entscheidungsrelevantes Wissen überführt und unterschiedlichen Stakeholder*innen bedarfsgerecht zug?nglich gemacht werden“, erkl?rt Leonie Happe, Projektmanagerin bei ?iPassPro“. Erg?nzend erarbeitet das Team eine Governance-Architektur, die einen sicheren und rechtskonformen Datenaustausch in sogenannten f?derierten Datenr?umen erm?glicht. Dabei handelt es sich um dezentral organisierte Infrastrukturen, die einen sicheren und souver?nen Datenaustausch zwischen mehreren Parteien erm?glichen.
Die entwickelten L?sungen werden in drei Pilotprojekten erprobt. Das erm?glicht es den Unternehmen, Zirkularit?tsaspekte durch den intelligenten Produktpass systematisch in die Produktentwicklung zu integrieren und Verbesserungen hinsichtlich Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Recyclingf?higkeit zu erzielen. Handlungsleitf?den und Best Practices sollen die ?bertragbarkeit auf weitere Unternehmen und Branchen sicherstellen.
?iPassPro“ ist im Februar dieses Jahres gestartet und l?uft noch bis Anfang 2029. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie f?rdert das Projekt mit einer Summe von insgesamt rund 4,5 Millionen Euro. Forschungspartner sind das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM, Konsortialführung) und das Wuppertal Institut. Die Spherity GmbH und die ConWeaver GmbH bef?higen das Konsortium als Technologieanbieter. Als industrielle Anwendungspartner sind die Wilhelm B?llhoff GmbH & Co. KG, die Herbert Kannegiesser GmbH und die CP Contech electronic GmbH beteiligt.
[1] Vollst?ndiger Titel: ?iPassPro – Intelligenter Produktpass für ein Engineering zirkul?rer Produkte im produzierenden Gewerbe“